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Schrenzer Kirche Es ist Punkt zwölf

10.09.2013
Holger Brülls, Gebietsreferent beim Landesamt für Denkmalpflege Halle (4.v.r.), im Gespräch vor der Schrenzer Kirche.   (BILD: Thomas Ruttke)
 
Von Iris Lademann
 
 
Der Förderverein der Schrenzer Kirche hat Experten des Denkmalschutzes zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen. Nach ihrer Meinung ist das Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert noch zu retten.
 

Schrenz/MZ. 

Der kräftige Efeubewuchs, der die Schrenzer Kirche fest umklammert hatte und zu erdrücken drohte, ist inzwischen beseitigt. Doch dadurch wurde auch das ganze Ausmaß des jahrzehntelangen Dornröschenschlafes dieses historischen Gemäuers aus dem 12. Jahrhundert deutlich.

 

Eingangsbereich der Schrenzer Kirche

Der Eingangsbereich des Gotteshauses ist inzwischen auch eingebrochen.  (BILD: Thomas Ruttke)

 

Obwohl Pfingsten auch noch der Eingangsbereich eingestürzt ist, will der im April von 22 Mitgliedern gegründete Förderverein nicht aufstecken und gibt sich weiterhin kämpferisch und optimistisch. „Wir sind Anfang des Jahres angetreten, um die Kirche zu retten und als Denkmal zu erhalten - im besten Sinne wieder herzustellen. Wir wollen“, so Vereinsvorsitzender Thomas Schmidt, „die Kirche, die 1972 für Gottesdienste aufgegeben wurde, als Symbol für den Ort erhalten.“

Mit diesen Worten begrüßte er bei einem Vor-Ort-Termin nicht nur interessierte Vereinsmitglieder, Einwohner, Vertreter vom Verband der Kirchenbauvereine Sachsen-Anhalt, sondern vor allem auch die eingeladenen Experten des Denkmalschutzes. Und Holger Brülls, Konservator am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle sowie Gebietsreferent für Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, kam auch gleich auf den Punkt. „Es ist Punkt Zwölf - nicht fünf davor, aber auch noch nicht fünf danach.“

 

Dach über der Empore

Dach über der Empore ist eingestürzt.  (BILD: Thomas Ruttke)

 

 

Nach seiner fachmännischen Meinung ist das Gebäude vom Bauzustand her noch zu retten. Als ersten Schritt müssten laut Brülls die Kosten für die wichtigste Maßnahme, die Dachsanierung, ermittelt werden. Und dafür, erklärte der Experte, sei eine hohe Planungsqualität von entscheidender Bedeutung - vor allem der Kosten und der damit verbundenen Fördermittel wegen. Dahingehend konnte Schmidt den Denkmalpfleger beruhigen. Denn in Sina Stiebler, einer Planerin aus Magdeburg, die sich auf Kirchenarchitektur spezialisiert hat und schon bei der ersten Zusammenkunft des Fördervereins dabei war, habe man nicht nur eine Expertin an der Hand, sondern sie habe bereits auch ihre Zusage für die weitere Zusammenarbeit gegeben.

Im Zusammenhang mit der Kirchensanierung riet Brülls allerdings davon ab, den Turm aus Kostengründen ein Stück abzutragen. „Die Lage in der Landschaft zeichnet diese Kirche aus. Und vor allem der Turm ist es, der weithin als sichtbares Zeichen zu sehen ist.“ Und er setzt hinzu, dass aufgrund der Zerstörung die Substanzerhaltung nicht im Vordergrund stehe - weil sowieso viel erneuert werden muss. Damit, unterstrich Brülls, sei für die künftige Nutzung - unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes - eine gewisse Freiheit gegeben. „Das lässt uns Spielraum ohne großartige Auflagen“, freute sich Schmidt.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/schrenzer-kirche-es-ist-punkt-zwoelf,20640916,24262648.html

 

Rettung für die Schrenzer Dorfkirche beginnt

 

Förderverein hat sich gegründet, damit die Schrenzer Kirche im Dorfe bleibt!

Schrenz (ts/bb).
 Hoch hinaus wollen die Mitglieder des neu gegründeten Vereins zur Rettung der Schrenzer Dorfkirche. Das Kirchendenkmal ist sehr marode und weil das Kirchspiel Zörbig kein Geld hat, möchte ein Verein die Kirche im Dorfe lassen und retten. In Schrenz, einem Ortsteil von Zörbig, fanden 23 Mitstreiter am 04.04.2013 zueinander, dazu
kommen ebenso viele Unterstützer des ehrgeizigen Vorhabens, um den Verfall des Gotteshauses zu stoppen.
Die romanische Kirche in Schrenz bietet seit fast vier Jahrzehnten einen beklagenswerten Anblick. So ist das erklärte Ziel die Ärmel hochkrempeln und den Wiederaufbau der Kirche im Ganzen oder in Teilen zu stemmen. Die Bürger suchen ihre Identität, die Geschichte des Ortes, so sollen im sanierten Denkmal in Zukunft kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen durchgeführt werden. Ein weiteres Ziel ist die Geschichte des Hauses und des Ortes Schrenz. Gemeinsam sollen historisches Material und Informationen zusammenzutragen und  erhalten werden.
Die Schrenzer Kirche war einst eine reiche Kirche, eine so genannte Patronatskirche. Wahrscheinlich wurde sie mit Beginn der deutschen Besiedlung und Christianisierung der Region im 12. Jahrhundert erbaut. Das heute noch vorhandene Bauwerk, bei dem noch Reste der romanischen Bauart zu erkennen sind, soll 1475 und 1754 umgebaut und erweitert worden sein.

 

Ein spätgotische Taufstein ist im Kircheninneren erhalten. Jedoch wurde das achteckige Taufbecken, das sich über vier Stufen zum Fuß hin verjüngt, zerbrochen. Als Symbol und Ort der Taufe soll es ebenso saniert werden und erhalten bleiben.

 

Die Vereinsmitglieder, interessierte Einwohner, Heimatfreunde, Architekten, Vertreter vom Kirchenbauressort des evangelischen Kirchenkreis Wittenberg und der Verband der Kirchbauvereine in Sachsen-Anhalt e. V. wollen jetzt eng zusammenarbeiten und das kirchliche Baudenkmal retten. Um keine Zeit zu verlieren, wurden kurzerhand Nägel mit Köpfen gemacht. Als erste Aktion gab es gemeinsam mit dem Frühjahrsputz der Stadt Zörbig einen Arbeitseinsatz am 13. sowie am 14. April, um die Kirche aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Umrankt vom kräftigen Efeubewuchs und von zahlreichen Bäumen, die das Gebäude stark beschädigten, befreiten die Helfer unter der Regie der Freiwilligen Feuerwehr in Schrenz die Kirche vom Wildwuchs. 40 Helfer, unter ihnen Fachforstwirte, gaben den Blick auf die Kirche frei. Jetzt werden der Verein und die Architekten vom Verband der Kirchbauvereine in Sachsen-Anhalt e. V. den Sanierungsaufwand ermitteln.

Der Förderverein Kirche Schrenz und Umgebung e.V. (i.G.) sucht weitere Mitstreiter und Heimatfreunde als Unterstützer sowie Sponsoren für das ehrgeizige Projekt.
Ab Mai wird es eine Homepage unter www.kirche-schrenz.de geben, telefonisch ist der Verein unter 034956/ 20318 erreichbar.


Thomas Schmidt
Vorsitzender, Förderverein Kirche Schrenz und Umgebung e.V.

Kirche in Schrenz - Retter krempeln Ärmel hoch

 

05.04.2013

 

Das Interesse bei der Gründungsversammlung war groß.   (BILD: Berger)

 

Von iris lademann

 

In Schrenz gründen 22 Mitstreiter einen Förderverein zur Rettung der Kirche. Gemeinsames Ziel ist der Wiederaufbau des Gotteshauses. Der erste Arbeitseinsatz startet bereits in einer Woche.
 

Schrenz/MZ. 

Die romanische Kirche in Schrenz bietet seit Jahren einen jammervollen Anblick. Nun hat sich ein Förderverein gegründet, der den weiteren Verfall des Gotteshauses verhindern will. Er startet mit der beachtlichen Zahl von 22 Mitgliedern. Sie wollen für ein gemeinsames Ziel die Ärmel hochkrempeln: den Wiederaufbau der Kirche - im Ganzen oder in Teilen -, um dort kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen durchzuführen. Zudem soll versucht werden, historisch bedeutsames Material und Informationen über die Kirche, den Ort und die nähere Umgebung zusammenzutragen und zu erhalten.

Einwohner und Heimatfreunde haben sich deshalb am Donnerstagabend im Bürgerhaus von Rieda, dem kleinen Ortsteil von Schrenz, zusammengefunden, um den Förderverein zu gründen und zugleich über die nächsten Schritte zu beraten. Vorausgegangen waren dieser Gründungsversammlung bereits drei Veranstaltungen, bei denen das historische Gemäuer - auch von Innen - gründlich von interessierten Einwohnern, Heimatfreunden, Architekten, Vertretern vom Kirchenbauressort der evangelischen Landeskirche und dem Verband der Kirchenbauvereine Sachschen-Anhalt unter die Lupe genommen wurde. Das Fazit lautete damals wie heute: Hier ist noch etwas zu retten!

Deshalb gab es zur Gründungsversammlung auch keine langen Vorreden. Stattdessen wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Bereits nach einer Stunde war klar, dass der Vorsitzende Thomas Schmidt heißt. Seine beiden Stellvertreter sind Affra Dorschner und Iris Schmidt. Insgesamt besteht der neue Vorstand aus sieben Mitgliedern, denn auch Schatzmeister und ein dreiköpfiger „Beirat für besondere Angelegenheiten“ gehören dazu. Zu ihm zählt nicht zuletzt Matthias Schlegel, der als Verkaufsleiter einer Elektrofirma enge Kontakte zu Planern, Architekten, Handwerkern hat und so „auf kurzem Weg“ vermitteln kann.

„Es ist immer gut, wenn es im Verein Mitglieder gibt, die aus dem Fach sind“, weiß Kamilla Brühning, Verbandvorsitzende der Kirchenbauvereine, aus Erfahrung. Deshalb sei eine sachliche Auflistung der anstehenden Aufgaben wichtig, so Schmidt. Der erste Schritt könne nach seiner Meinung nur eine Bestandsaufnahme und eine Notsicherung des Daches sein, damit keine Nässe mehr in das Gemäuer eindringen kann. „Das ist aber nur möglich, wenn der Wildwuchs rund um die Kirche verschwunden ist“, setzt Ortsbürgermeister Peter Ducke hinzu. Er nennt auch gleich einen Termin: Der ersten Arbeitseinsatz findet kommenden Samstag, 13. April, statt. Im Rahmen der Frühjahrsputzaktion der Stadt Zörbig soll nämlich nicht nur der Park um das Gutshaus von herabgefallenen Ästen und Winterschmutz befreit werden, sondern auch der Wildwuchs um das Kirchengebäude verschwinden.

Bevor es allerdings am 13. April um 9 Uhr losgehen kann, gibt es im Vorfeld noch eine Begehung des Kirchengeländes durch den Zörbiger Fachbereichsleiter Bau, Andreas Voss, sowie Carola Hübner von der Unteren Naturschutzbehörde und Ortswehrleiter Matthias Ackermann. „Denn“, so der Wehrleiter, „das Gebäude ist einsturzgefährdet. Da muss vorher genau abgeklopft werden, was machbar ist und was erst mal nicht angefasst werden sollte.“

Mit großem Interesse hatte Kamilla Brühning, die Chefin der Kirchenbauvereine Sachsen-Anhalt, deren Förderer die Robert-Bosch-Stiftung ist, die Diskussion verfolgt. Sie kam zu dem Schluss: „Ich fühle mich heute wie eine Mutter, die dem Kind das Laufen beigebracht hat.“ Nun sei sie sich sicher, dass es den weiteren Weg alleine gehen und sie sich wieder anderen Kirchen widmen kann. Allerdings, werde ihr Verein auch weiterhin Unterstützung geben und helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/kirche-in-schrenz-retter-krempeln-aermel-hoch,20640916,22295424.html

Geschichte - Denkmale der Vergangenheit ebenfalls erhalten

01.03.2013
 

Um die Schrenzer Kirche herum befindet sich bis heute ein Friedhof, der mindestens so alt ist wie das Gotteshaus selbst. Diese historischen Grabsteine zu erhalten, soll ebenfalls Ziel des Fördervereins werden. Denn es gibt einige sehr alte und interessante Grabsteine, wie der der Familie Schlurick - eine vermutlich reiche Bauernfamilie in Schrenz.

Interessant ist zudem die südlich der Kirche gelegene die Gruft der Familie von Beurmann. Auch diese Ruhestätte der Familie ist inzwischen von Efeu dicht bewachsen - lässt aber noch die Inschriften über dem Eingangsportal erkennen. Zu lesen ist darauf das Geburts- und Sterbedatum des Gustav von Beurmann und das seiner Frau Thekla, die nur ganze 40 Jahre alt wurde und bereits 1863 starb. Der Oberbergrat hingegen, der 1895 starb, hat für damalige Verhältnisse ein sehr hohes Alter von 91 Jahren erreicht.

Beruflich war Beurmann als „königlicher Bergmeister“ der Braunkohlengrube Löderburg viel unterwegs. Wohl auch ein Grund dafür, weshalb er in den ersten Jahren seiner Ehe nur recht selten auf seinem Rittergut Schrenz gewesen sein muss. Darüber hinaus war er sowohl Mitglied der Deutschen Geologischen sowie der Historischen Gesellschaft. Und als er mit 54 Jahren pensioniert wurde, kümmerte er sich verstärkt um sein Rittergut in Schrenz. la

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/geschichte-denkmale-der-vergangenheit-ebenfalls-erhalten,20640916,21982502.html

Kirche Schrenz verfällt immer mehr

 

18.01.2013

 

Löcher klaffen im Turm und im Kirchenschiff. Das Schrenzer Gotteshaus verfällt seit vier Jahrzehnten. Kann es noch gerettet werden? (FOTO: KEHRER) 

 

Von iris lademann

 

Der Verfall des romanischen Gotteshauses in Schrenz soll aufgehalten werden. Doch mehr als Absichtserklärungen gibt es bislang noch nicht.
 

Schrenz/MZ. 

Kräftiger Efeubewuchs verleiht dem Gotteshaus in Schrenz etwas romantisches. Doch bereits beim zweiten Blick weicht die Romantik dem Schrecken, wird das ganze Ausmaß der massiven Schäden deutlich, die von den Grundmauern bis zum Dach reichen. An manchen Stellen scheinen die Wurzeln der Kletterpflanze bereits mit dem historischen Gemäuer aus dem 12. Jahrhundert untrennbar verwoben.

Doch einige Schrenzer wollen sich damit nicht abfinden. Sie planen die Rettung des verfallenden Gebäudes, das das älteste in der 600-Seelen-Gemeinde ist. Interessierte Einwohner, Architekten, Vertreter vom Kirchenbauressort der evangelischen Landeskirche und vom Verband der Kirchenbauvereine Sachsen-Anhalt haben deshalb vor Ort über eine mögliche Rettung des Gemäuers - vielleicht nicht in Gänze, aber wenigstens in Teilen - beraten.

Entstanden ist die Idee zum Erhalt dieses kirchlichen Baudenkmals unter dem Motto "Damit die Kirche im Dorf bleibt" im vergangenen Jahr. Da feierte Schrenz sein 1000-jähriges Bestehen. "Während dieser Feier hat mich eine Frau angesprochen, deren Vorfahren in Schrenz ansässig waren und jetzt hier begraben liegen", erklärt Ortsbürgermeister Peter Ducke (parteilos). Und auch der Kontakt zum Verband der Kirchbauvereine Sachsen-Anhalt sei da geknüpft worden. Die Verbandsvorsitzende Kamilla Bühring ist sich sicher: "Diese ehemalige Einwohnerin hat den eigentlichen Anstoß dazu gegeben, dass wir heute hier zusammengekommen sind." Der Anblick einer dem Verfall überlassenen Dorfkirche tue einfach weh. Damit spricht sie den anderen Teilnehmern aus der Seele.

Joachim Ufer öffnet knarrend jene Eingangspforte, die sonst aus Sicherheitsgründen fest verschlossen ist. Der Schrenzer kümmert sich ein wenig um die Kirche; mäht hier und da mal den Rasen, schneidet Sträucher schneidet oder läutet - wie am Tag der Deutschen Einheit 1990 - die letzte vorhandene Glocke im Turm. Jetzt gibt er den Weg frei.

Ein Blick ins Innere des Gemäuers bestätigt den schockierenden äußeren Eindruck. Die Holztreppe hinauf zur Empore ist vor lauter Dreck und Schutt kaum noch zu erkennen. Das Geländer wackelt zwar, doch Dieter Heck, Heimatfreund und Kirchenratsmitglied von Stumsdorf, treibt die Neugierde dennoch höher, dorthin, wo einst die Rühlmann-Orgel stand. Auf der Empore ist an dieser Stelle jetzt ein leerer Fleck. Denn die Reste der schon lange nicht mehr bespielbaren Orgel wurden 2005 durch das evangelische Kirchspiel einem Orgelbauer zur Reparatur anderer Orgeln übergeben.

Ein Stück der Zwischendecke hängt im hausähnlich angebauten Eingangsbereich herunter. Das Kirchengebäude selbst lässt inzwischen den ungehinderten Blick zum Himmel zu. Denn sowohl dem Dach des Kirchenschiffs, der Apsis als auch dem Turms fehlen zahllose Ziegel. Einem Gerippe ähnlich halten nur die Dachsparren den baufälligen Rest zusammen. "Aber immerhin ist das Gestühl noch in einem recht guten Zustand", meint Martin Stüber, Schatzmeister im Verband der Kirchenbauvereine. Der hat sich erst 2011 gegründet und zählt bereits 40 Mitglieder. "Es gibt rund 500 Fördervereine, die sich in unserem Bundesland um Kirchen kümmern. Diese wollten wir vernetzen, Anleitung geben und Mut machen", erklärt Stüber, während sich Kamilla Bühring aufmerksam umschaut. "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos", glaubt sie. Bühring ist überzeugt: "Hier ist noch was zu retten." Doch das gehe nur mit kompetenten Partnern und Leuten, die die Kirche im Dorf erhalten wollen.

Dass das keine einfache Aufgabe wird, zeigt die sich anschließende Diskussionsrunde deutlich. Denn das Gotteshaus verfällt seit mehr als vier Jahrzehnten. 1970 hat die evangelische Kirche den Bau aufgegeben, weil ihr sowohl das Geld für eine Instandsetzung als auch die Mitglieder fehlten. Doch Eva-Maria Osterberg, die Pfarrerin für diesen Kirchenkreis, ist froh, dass es noch Leute gibt, die das Gebäude erhalten und später auch nutzen wollten - wie es beispielsweise der Förderverein der Beyersdorfer Kirche tue.

Dass es bis zur Gründung eines solchen Vereins in Schrenz noch ein langer Weg ist, macht Sina Stiebler deutlich, die als beratende Architektin für den Verband tätig ist. "Das A und O ist eine schlüssige Nutzungsidee." Man müsse zeigen, dass es interessierte Leute im Ort gibt, die etwas verändern wollen. Erst dann könne man überhaupt über die Gründung eines Fördervereins nachdenken.

"Die heutige Veranstaltung sollte auch nur eine erste Bestandsaufnahme sein", erklärt der Ortsbürgermeisters. Jetzt müsse man im kleineren Kreis überlegen, wie man künftig weiter verfahren wolle. Zu klären sei vor allem, welche Möglichkeiten der Finanzierung es gibt. Denn diese sei letztendlich der Dreh- und Angelpunkt bei der erhofften Kirchenrettung.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/anhalt-bitterfeld-kirche-schrenz-verfaellt-immer-mehr,20640916,21770538.html

Ortsjubiläum - Von Rieda bis nach Schrenz

05.08.2012 
Die Schrenzer Line-Dance-Frauen tanzen zum Umzug. (FOTO: RUTTKE) 
Von Kathleen Bendick
 
 

Schrenz/MZ. 

"In DDR-Zeiten glitt der Weihnachtsmann noch auf seinem Schlitten durchs Dorf." Die gebürtige Schrenzerin lacht über die Erinnerung. Inzwischen lebt sie in Nienburg. Zum Fest ist sie mit der Familie zurückgekommen. Am Freitagabend wurde das Jubiläumsspektakel durch eine große Party mit den Linedancern auf dem Sportplatz eingeläutet. Ein großes Zelt, Karussells und Schaubuden luden ein.

Am Samstag wartet Schlotte gespannt auf den Festumzug. Der zieht von Rieda zum Sportplatz an der Landstraße. Kommentiert wird die Parade an der zweiten Station von Peter Kunz vom Schortewitzer Heimatverein. Rings herum reihen sich Bänke und Menschen im Stehen, die alles sehen wollen. Unter ihnen Brigitte Tümpel aus Oppin. "Früher sind wir noch mit dem Bus zur Arbeit durch Schrenz gefahren", sagt sie. Da kannte man sich noch. Heute sehe das anders aus. "Jetzt fährt man ja am Ort vorbei." Deshalb war sie neugierig auf das Fest, freut sich auf den Umzug. Und schon geht es los.

Allen voran tuckert Bau- und Ordnungsamtsleiter Andreas Voss. Er schleppt den liegengebliebenen Heinz Zschoche vom gleichnamigen Autohaus in seinem Oldtimer ab. "Das ist immer so", lachen einige. Herr Voss winkt. Rollt geduldig. Der Fiat mit der Nummer 43 hinterher.

Es folgt die Schalmeienkapelle aus Plodda, erinnert mit dem Spiel an den gerade gewonnenen Weltrekord. Dahinter laufen die Stadträte und Verwaltungsmitglieder schick herausgeputzt in größter Hitze über den Asphalt. Auf ihren Schildern die Ortsteile der Gemeinde Zörbig. Die Bürger sind stolz. Applaudieren. Winken. Zörbigs Ortsbürgermeister Jürgen Ebinger schreitet als Herzog mit seiner Gemahlin hinterher. Auch Brigitta Weber vom Heimatverein lässt es sich nicht nehmen, von Rieda nach Schrenz zu laufen und dem Publikum zuzuwinken.

Alles, was Schrenz ausmacht, ist dabei: die Volleyballerinnen, die Fußballer, die Linedancer, die Feuerwehr, Firmen und viele mehr. Schrenz zeigt, was es hat und wofür es steht.

"Guck mal die Jungpioniere", ruft eine Frau aus dem Publikum ihrem Kind zu. "So musste Mutti früher zur Schule." Und der Vati sagt: "Das Tuch musste man jeden Montag ummachen. Wehe man hat es vergessen." Mario Rolf aus Rieda zeigt einen alten Traktor. Die Feuerwehr einen alten Spritzenwagen. Schrenz blickt zurück und nach vorn. Auch der Sportverein Zörbig läuft mit, der Irrgarten Altjeßnitz und viele andere mehr. "Es hat alles wunderbar geklappt", resümiert Organisationschef Thomas Schmidt nach der Parade. "Wir hatten sogar mehr Bilder als in Zörbig zur 1050-Jahr-Feier gezeigt wurden", ist er auch ein bisschen stolz.

Nach der Parade wird auf dem Sportplatz weitergefeiert. Bis zum Sonntagabend. "Vielleicht kommt durch dieses Fest wieder mehr Leben nach Schrenz", sagt Schlotte.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/ortsjubilaeum-von-rieda-bis-nach-schrenz,20640916,20635664.html

1 000 Jahre auf 170 Seiten

 

01.08.2012

 

 
Von Kathleen Bendick

Schrenz/MZ. 

Die Festschrift ist niedergeschrieben. Bestellung sind eingegangen und fast ist das Buch auch schon wieder vergriffen. Stolz ist Benny Berger, der Herausgeber des Buches zum 1 000. Geburtstag der Ortschaft ist und in vielen Stunden mühseliger Arbeit Texte und Bilder zusammengetragen hat.

77 Bestellungen sind schon eingegangen. Reserviert waren vorerst nur 100. "Um nicht zu viel zu haben", sagt Berger. Das Buch kommt an. Die Bürger wollen es lesen. Manche bestellen gleich vier oder fünf - für die Familie.

Voll des Lobes ist auch Schrenz' Ortsbürgermeister Peter Ducke: "Das hat er super gemacht. Es ist gut geworden", sagt Ducke, von dem auch ein Text im Buch zu finden ist. Doch ohne Berger hätte es diese Publikation nicht gegeben.

"Als klar war, dass Schrenz 1 000 Jahre alt wird, hab ich gesagt, dass wir auch etwas zur Geschichte machen müssen", erinnert sich Berger. "Feiern kann man ja immer, aber es ging doch um die Geschichte." Und schon hatte er die Aufgabe inne, eine Festschrift zu erarbeiten. Brigitta Weber vom Heimatmuseum hat Korrektur gelesen.

Zusammengekommen sind 70 historische Abbildungen und zahlreiche Belege über das Leben im Ort vor 100, 500 und 1 000 Jahren. "Das Material stammt aus Chroniken, Kirchenbücher und aus privaten Sammlungen", sagt Berger.

So erzählt das Kirchenbuch aus dem Jahr 1552 die Geschichte vom erschlagenen Pfarrer Cornelius Kische. "Seine Ehefrau hat Kische im Schlaf getötet. Dann wurde sie in einem Sack ertränkt. Als Strafe", verrät Berger den Ausgang einer Episode, die Platz in der Festschrift fand.

Außerdem wird erklärt, wie aus Siegelsdorf, Rieda und Schrenz das heutige Schrenz wurde. "Eigentlich war Schrenz der kleinste der drei Orte", schmunzelt Berger. Sogar Heimathistoriker Lothar Herbst hat einen Beitrag veröffentlicht. Herbst hatte bestritten, dass Schrenz tatsächlich 1 000 Jahre alt sei. "In dem Kapitel erläutert Herbst seine Theorie", weiß Berger.

Zehn Euro kostet das 170 Seiten starke Buch. "Wenn die Auflage vergriffen ist, können wir noch nachbestellen", sagt der Herausgeber.Mit "Eintausend Jahre Schrenz" ist sein viertes Buch auf dem Markt. "Trotzdem ist man immer noch aufgeregt", gibt er zu. Und stolz sieht er auch aus.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/1-000-jahre-auf-170-seiten,20640916,20638748.html

Das Programm steht - Schrenz baut auf

01.08.2012
Manfred (links) und Christopher bauen den Vergnügungspark für die 1000-Jahr-Feier in Schrenz auf. (FOTO: THOMAS RUTTKE) 
 
 

Schrenz/MZ/ben. 


Sie tagen. Ein letztes Mal. Das Organisationskomittee der Schrenzer Festveranstaltung ist in der Sportlergaststätte zusammengekommen. Nur wenige Stunden bleiben noch zur Vorbereitung. Doch Ortsbürgermeister Peter Ducke ist entspannt und zufrieden. "Wir haben viele Sponsoren gefunden. Haben bei den Bewohnern gefragt. Ohne die Gelder hätten wir das alles gar nicht auf die Beine stellen können", sagt er.

Rund 8 000 Euro seien so zusammen gekommen. Und die fließen in die Organisation in und um das Fest auf dem Sportplatz. Dazu wird es eine Parade geben und vieles mehr. Thomas Schmidt, Vorsitzender des Organisationsteams, klärt die letzten Fragen zur Straßensperrung. Andreas Voss, Leiter des Bau- und Ordnungsamts der Stadt Zörbig, passt auf, dass alle Formalitäten eingehalten werden, der Feier nichts im Wege bleibt. Mit Kopfnicken wird dieser Punkt der Tagesordnung abgehakt.

"Nun zum Programm", sagt Schmidt. "Am Freitag wird das Fest um 19 Uhr mit Linedance für alle zum Mitmachen eröffnet", geht er Punkt für Punkt durch und führt fort: "Am Samstag wird es um 10 Uhr eine offizielle Eröffnung durch den Bürgermeister und das Organisationsteam geben. Anschließend spielt die Schalmeienkapelle, gefolgt von Daniela Sommer. Um eins startet der Festumzug in Rieda."

Eine Stunde lang werden dann mehr als 45 Bilder das Leben in Schrenz darstellen. Die Stadträte laufen mit. Der Heimattrachtenverein, die Schrenzer Jagdhornbläser, die Schrenzer Feuerwehr, die Frauengymnastikgruppe und viele mehr sind ebenfalls dabei. Mario Wolf aus Rieda zeigt einen typischen Ackerschlepper aus den 60 Jahren. Ein großer Umzug für einen kleinen Ort.

"Wir müssen einfach sehen, dass wir alle zügig durchkommen", sagt Schmidt. Denn nach dem Umzug wird auf dem Sportplatz weitergefeiert. "Um 15 Uhr gibt es eine Festrede von unserem Bürgermeister", geht Schmidt zum nächsten Programmpunkt. Es folge der Auftritt der Leier-Rike. Parallel dazu wird ein Fußball-Freundsschaftsspiel zwischen dem SV 1950 Schrenz und dem 1. FC Bitterfeld ausgetragen. "Danach tritt Ulli Schwinge auf. Zu Sonderkonditionen natürlich", verrät Schmidtschmunzelnd.

Es folge eine Udo-Lindenberg-Double-Show, bevor der Abend mit den "Orion" und DJ Kerstin ausklingt. "Am Sonntag geht es um 10 Uhr mit dem Frühshoppen weiter. Parallel spielen die Bambini Fußball. Der Tag klingt mit Monika und Wolfgang und den Burschenschaften aus." Das Komitee nickt. Der Programm steht. Jetzt wird aufgebaut. Am Donnerstag geht es los.

 

Quelle: http://www.mz-web.de/bitterfeld/anhalt-bitterfeld-das-programm-steht---schrenz-baut-auf,20640916,20638738.html