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Ansichtskarte von Schrenz um 1930 (Archiv B. Berger)
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Friedhofssatzung für evangelischen Friedhof in Schrenz
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Festschrift 1000 Jahre Schrenz (Leseprobe)
Festschrift 1000 Jahre Schrenz (Leseprob
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Beschreibungen von Schrenz im Wandel der Zeit

 

Schrenz, ein Dorf im Herzogth. Sachsen, im Leipziger Kreisantheile, im Amte Zörbig, unfern Siegelsdorf, 2 Stunden südl. von Zörbig, auf der Straße nach Halle gelegen; jetzt gehört es zum Bitterfelder Kreise des R. B. Merseburg. Es hat 21 Häuser, 124 Einwohner, und steht größten Theils unmittelbar unter dem Amte Zörbig, ausgenommen dass hiesige amts. Rittergut (mit etwa 12 Unterthanen) und dem nach Petersberg gehörigen Freihof. Im Dorfe ist eine Filialkirche von S[t]umsdorf, die jetzt zur In. Delitzsch (sonst zu der von Leipzig) gehört; eingepfarrt nach Schrenz ist Siegelsdorf. – Es wird vermuthet, dass Schrenz dass alte Zribenz sei, welches Bischoff Dithmar unterm J. 1012 erwähnte. Dieser Platz war damals der Versammlungspunkt mehrer Fürsten zu einem Feldzuge. Im Pabsttuhme gehöhrte hiesige Kirche in den Leipziger Distrik des Bisthum’s Merseburg. [1]

August Schumann, 1823

 

5 ½ Klm. südwestlich von Zörbig, an der Reide und der Straße von Zörbig nach halle, auch dicht an der Grenze mit dem Saalkreis gelegen, ist das alte Zribenz im Gau Neletiee, wo nach Thietmars Chronik von Merseburg Kaiser Heinrich II. mit seinen Vasallen am 24. Juli 1012 zusammentraf, um von hier aus einen Feldzug zu unternehmen. Schrenz muss also an einer uralten Heerstraße gelegen sein. Auch der durch seine Chronik unsterbliche Merseburger Bischof Thietmar befand sich im kaiserlichen Gefolge, und war damals mit in Schrenz.

Das Rittergut befindet sich seit 1849 im Besitz des Oberbergrats a.D. Hrn. v. Beuermann; sodann ist hier noch ein früher zum Amt Petersberg gehöriges Freigut.

Die Kirche ist 1754 neu gebaut.

Die Gegend hier ist sehr fruchtbar und wechselt durch einige Hügel ab; auch liegt westl. vom Orte der Abatissinenberg mit dem etwa 150 ha großen Abatissionenholz, welches zum königl. Bergholz am Petersberg gehört und im Saalkreise liegt.

Emil Obst, 1887/88

 

„Der Ort besteht aus den Ortsteilen Schrenz, Siegeldorf und Rieda, hat 864 Einwohner und liegt 2,5 km südlich von Stumsdorf, westlich der Bahnlinie. Seitdem 30.09.1928 bilden die drei Ortsteile[2] eine Gemeinde. Im Ort befinden sich eine RTS mit Lehrwerkstatt, die auch besichtigt werden kann, und die LPG „Einheit“, welche 822 ha bewirtschaftet. Als Spezialfrucht werde 42 ha mit Gemüse bebaut. Der Ort liegt an der Straße Zörbig-Halle und ist von Halle, Bitterfeld, Dessau und Zörbig her mit den Linienbissen des VEB Kraftverkehr zu erreichen. Rastmöglichkeit besteht im Gasthaus Rieda, das täglich (montags Ruhetag) ab 8 Uhr geöffnet ist. Im Ortsteil Schrenz ist das Gasthaus von 8-13 Uhr und 15-22 Uhr geöffnet (dienstags Ruhetag).“[3]                            

Hansjoachim Borstorff, 1964



[1] vgl. Schuhmann, Lexikon Sachsen, 1823, Band 10, S. 693-694

[2] Hinweis: Zum 30.09.1928 schlossen sich Schrenz und Siegelsdorf zusammen. Rieda kam 1950 dazu.

[3] vgl. Kohlmann, Heimatraum Bitterfeld, 1964, S. 142